Verlust in der Frühschwangerschaft

Fehlgeburt und kleine Geburt

Fehlgeburt  

Begriffe und Wortwahl 

Eine Fehlgeburt kann ein sehr belastendes Ereignis sein. Die Worte, die wir hier verwenden, versuchen, der besonderen emotionalen Lage von Betroffenen etwas entgegenzukommen. Daher werden wir in diesem Bereich manche „medizinisch korrekten“ Begriffe durch emotional stimmigere Begriffe ersetzen und z.B. unabhängig von der Schwangerschaftswoche von „dem Baby“ sprechen. 

 

Häufigkeit 

Die meisten Fehlgeburten geschehen, ohne dass die Frau es bemerkt und noch bevor überhaupt die Schwangerschaft festgestellt wird. Nach dem Bemerken der Schwangerschaft also etwa ab der 5. Schwangerschaftswoche, beträgt die Rate der Fehlgeburten rund 10 bis 15 Prozent. Nach der 14. SSW sinkt das Risiko auf unter 1 %. 

 

Wie bemerke ich eine Fehlgeburt? 

Typische Symptome einer Fehlgeburt sind Blutungen. Sie können schwach oder auch recht stark sein. Vor allem in der Frühphase der Schwangerschaft ist es aber auch möglich, dass sich das Kind nicht weiterentwickelt und das Herzchen nicht beginnt oder wieder aufhört zu schlagen. Dies passiert oft unbemerkt und wird erst bei der Untersuchung durch die Frauenärztin entdeckt. Außer Blutungen können bei einer Fehlgeburt auch krampfartige Schmerzen im Unterbauch auftreten, die sich wie Menstruationsschmerzen anfühlen.  

 

Wichtig: wenn du Blutungen oder Krämpfe hast, solltest du auf jeden Fall deine Gynäkologin oder deine Hebamme kontaktieren.  

 

Hinweis: solltest du aktuell betroffen sein, findest du in der App auch weitere wichtige Informationen für deine Situation. (Verlinkung: Fehlgeburt durch Blutungen.doc  und Missed Abortion.doc) 

 

 

Mögliche Ursachen einer Fehlgeburt 

Eine Fehlgeburt ist in aller Regel nicht auf „falsches“ Verhalten der Mutter zurückzuführen.  

 

Medizinische Gründe können unter anderem sein: 

Störungen des Erbguts  

Eileiterschwangerschaft 

Störungen im Hormonhaushalt der Mutter 

Gerinnungsstörungen 

Probleme der Gebärmutter, z.B. Myome, Narben 

Autoimmunerkrankungen oder andere immunologische Störungen 

 

 

 

 

Kein Herzschlag mehr – was nun? 

(Missed Abortion oder Verhaltene Fehlgeburt) 

Wenn man die traurige Nachricht erhalten hat, dass das Herz des Babys nicht oder nicht mehr schlägt oder der HCG-Wert kein Fortführen der Schwangerschaft anzeigt, hat man grundsätzlich die Wahl zwischen zwei Wegen: 

Kleine Geburt 

Zum einen ist es möglich, abzuwarten und den Körper selbst entscheiden zu lassen, wann die „kleine Geburt“ beginnen soll. Hierbei ist eine Begleitung durch eine Hebamme oder Frauenärztin wirklich sinnvoll. Es ist wichtig zu wissen, dass man erst einmal Zeit hat und sich auch Zeit nehmen kann, wenn man das möchte. Es kann durchaus Tage oder Wochen dauern, bis der Körper mit einer Blutung reagiert und das Baby gehen lässt. Für manche Frauen ist es stimmig, diese kleine Geburt selbstbestimmt zu Hause zu erleben. Dieser Prozess sollte unbedingt durch Hebammen oder Ärzte gut begleitet sein, damit man sich bei auftretenden Beschwerden wie Schmerzen oder Blutungen direkt an die Ansprechpartnerinnen wenden kann. In Absprache mit den Gynäkologen können auch Medikamente gegeben werden, die den Muttermund und Gebärmutterhals weich machen.  

Nach einer kleinen Geburt ist eine Kontrolle beim Gynäkologen wichtig, um sicher zu sein, dass keine Reste der Schwangerschaft in der Gebärmutter geblieben sind, die sonst eine operative Ausschabung der Gebärmutter im Krankenhaus notwendig machen. 

 

Operativer Eingriff/Ausschabung 

Für manche Frauen ist es unvorstellbar, länger mit einem „toten Baby“ im Bauch zu sein und dann ist es wichtig und gut, zeitnah eine Ausschabung der Gebärmutter machen zu können. Die Operation findet unter einer kurzen Narkose und in aller Regel ambulant statt.  

Dann vereinbart man auch direkt einen Termin zur Nachkontrolle bei der gynäkologischen Praxis oder noch mal in der Klinik, um den HCG Wert zu überprüfen und/oder eine Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter zu machen.   

 

Wichtig: Ein früher Verlust in der Schwangerschaft darf betrauert werden. Oft hören Eltern dann „das passiert häufig“, aber es ändert nichts an der eigenen Trauer um dieses Kind und um diese Schwangerschaft. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für einige Zeit kann Raum verschaffen, um psychisch und physisch zu Kräften zu kommen. Man muss nicht sofort wieder funktionieren.  

 

  

Kein Herzschlag beim Baby - "Missed abortion"

Kein Herzschlag mehr – was nun? 

(Missed Abortion oder Verhaltene Fehlgeburt) 

Wenn du die traurige Nachricht erhalten hast, dass das Herz deines Babys nicht oder nicht mehr schlägt oder dein hcg-Wert kein Fortführen der Schwangerschaft anzeigt, hast du grundsätzlich die Wahl zwischen zwei Wegen: 

Kleine Geburt 

Zum einen ist es möglich, dass du abwartest und deinen Körper selbst entscheiden lässt, wann die „kleine Geburt“ beginnen soll. Hierbei ist eine Begleitung durch deine Hebamme oder Frauenärztin wirklich sinnvoll. Es ist wichtig zu wissen, dass du erst einmal Zeit hast und dir auch Zeit nehmen kannst, wenn du das möchtest. Es kann durchaus Tage oder Wochen dauern, bis dein Körper mit einer Blutung reagiert und das Baby gehen lässt. Für manche Frauen ist es stimmig, diese kleine Geburt selbstbestimmt zu Hause zu erleben. Dieser Prozess sollte durch Hebammen oder Ärztinnen gut begleitet sein, damit du dich bei auftretenden Beschwerden wie Schmerzen oder Blutungen direkt an deine Ansprechpartnerinnen wenden kannst. In Absprache mit den Gynäkologen können auch Medikamente gegeben werden, die den Muttermund weich machen.  

Wenn du merkst, dass die Blutungen stärker werden und du dir Gedanken machst, ob beim Toilettengang der Embryo mit der Blutung in der Toilette landet, kannst du ein Sieb verwenden und ihn so möglicherweise auffangen. In den frühen Schwangerschaftswochen ist der Embryo sehr klein, ganz am Anfang kann sogar sein, dass er gar nicht sichtbar ist. Wenn es sich für dich stimmig anfühlt, kannst du das winzige Baby ansehen, auf ein schönes Tuch oder in eine kleine Schachtel betten und vielleicht selbst bestatten. Es kann aber genauso richtig sein, den Embryo einfach gehen zu lassen. Höre dabei nur auf dein Bauchgefühl. Mehr zu den Rechten (Rechtliche Lage nach FG.doc) und hilfreichen Ritualen (Trauer nach FG.doc) findest du in unserem Begleitbereich „Sternenkinder“ 

Nach einer kleinen Geburt ist eine Kontrolle beim Gynäkologen wichtig, um sicher zu sein, dass keine Reste der Schwangerschaft in der Gebärmutter geblieben sind, die sonst eine operative Ausschabung der Gebärmutter im Krankenhaus notwendig machen. 

 

Operativer Eingriff/Ausschabung 

Für manche Frauen ist es unvorstellbar, länger mit einem „toten Baby“ im Bauch zu sein und dann ist es wichtig und gut, zeitnah eine Ausschabung deiner Gebärmutter machen zu können. Die Operation findet unter einer kurzen Narkose und in aller Regel ambulant statt.  

Dann vereinbarst du auch direkt einen Termin zur Nachkontrolle bei deiner gynäkologischen Praxis oder noch mal in der Klinik, um den hcg-Wert zu überprüfen und/oder eine Ultraschalluntersuchung deiner Gebärmutter zu machen.   

 

Körperliche und psychische Auswirkungen 

Körperlich stellt sich dein Körper in der Regel sehr schnell wieder auf den Zustand vor der Schwangerschaft um. Allein die Blutung kann einige Tage bis Wochen andauern. Der Kopf und die Seele brauchen sicher etwas länger. Daher: bitte achte auf dich! Ein früher Verlust in der Schwangerschaft darf betrauert werden. Du wirst oft hören, „das passiert häufig“, aber es ändert nichts an deiner eigenen Trauer um dein Kind und um diese Schwangerschaft. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für einige Zeit kann dir Raum verschaffen, um psychisch und physisch zu Kräften zu kommen. Du musst nicht sofort wieder funktionieren. Dein Sternenkind darf betrauert werden. 

 

Wieder schwanger werden:  

Oft wird empfohlen einen normalen Zyklus abzuwarten und es dann wieder mit dem schwanger werden zu versuchen. Ob Du das so machen möchtest, ist deine ganz persönliche Entscheidung. Manche Frauen wollen sofort wieder schwanger werden und andere brauchen eine ganze Weile, bis sie sich dafür wieder bereit fühlen. Sprich darüber ganz ehrlich mit deinem Partner, damit ihr zu einer guten Entscheidung kommen könnt, die sich für euch beide richtig anfühlt. 

 

 

Wir möchten dich auch in dieser schweren Situation nicht alleine lassen und geben dir gerne Impulse und Informationen im Begleitbereich „Sternenkinder“  

 Anspruch auf Hebammenbegleitung (Rechtliche Lage nach Fehlgeburt.doc) 

Bescheinigung deines Kindes (Rechtliche Lage nach Fehlgeburt.doc) 

Bestattungsmöglichkeiten (Rechtliche Lage nach Fehlgeburt.doc) 

Trauer und Rituale (Trauer nach FG.doc)