Begleitung einer Folgeschwangerschaft

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Nach dem frühen Verlust eines Kindes in Schwangerschaft und Geburt, kommt sehr häufig der Wunsch nach einem Geschwisterkind auf.  Anders als von der Außenwelt oft verstanden, geht es nicht darum, das verlorene Kind zu ersetzen, aber sehr wohl darum, sich den Wunsch nach einem lebenden und gesunden Kind zu erfüllen. Eine neue Schwangerschaft ist zum oft herbeigesehnt, um diesem Kinderwunsch Rechnung zu tragen und andererseits mit vielen Ängsten und Sorgen  verbunden. Es ist schwer, nach einer solchen Erfahrung wieder "guter Hoffnung" zu sein.  Ein wunderschöner Ausdruck, der es gut auf den Punkt bringt. Manchmal hilft es, sich Begleitung und Beratung zu suchen und manche Frauen kennen sich schon aus Selbsthilfegruppen oder Rückbildungskursen für verwaiste Mütter und begleiten sich gegenseitig durch die Schwangerschaft. Was auch immer gut tut, ist richtig. 

 

Methoden und Hilfen in der Folgeschwangerschaft 

Wenn vorangegangene Schwangerschaften keinen glücklichen Ausgang genommen haben, ist es oft schwer, sich wieder gut auf die neue bestehende Schwangerschaft einzulassen und es braucht Mut, Zuversicht und vielleicht auch einfach einiges an Arbeit mit sich selbst, um der „guten Hoffnung“ wieder Raum geben zu können.  

Wir wissen, dass es nicht immer einfach ist und haben ein paar Impulse zusammengestellt, die sich in der Begleitung von Folge-Schwangerschaften als hilfreich erwiesen haben. Vielleicht kannst du das ein oder andere ausprobieren und für dich als hilfreich entdecken.  

 

Eine neue Schwangerschaft – bewusst bestimmen, was neu ist 

Du hast jetzt bereits Erfahrungen gesammelt, wie sich Schwangerschaft für dich anfühlt. Du hast einen oder mehrere Verluste erlebt und verknüpfst vielleicht bestimmte Untersuchungen, Schwangerschaftswochen oder Themen auch mit der Verlusterfahrung. Mach dir auf jeden Fall ganz bewusst: was möchtest du auf jeden Fall wieder genauso machen? Was wirst du dieses Mal auf jeden Fall anders machen? Welche Tests und Untersuchungen sind wichtig für dich? Wer sollte dich in dieser Schwangerschaft unbedingt begleiten? Such dir ruhig ein Netzwerk aus hilfreichen Menschen und Anlaufstellen, seien es andere betroffene Frauen, eine Hebamme, Psychologen oder Freundinnen, usw. Du darfst dich begleiten lassen und um Hilfe bitten, wenn du es brauchst.  

 

Angst darf sein – aber dosiert 

Uns ist es wichtig, die Angst und die Sorgen, die dich in dieser Schwangerschaft begleiten, nicht wegzuwischen und kleinzureden.  Aber du kannst dir immer wieder die Fragen stellen: Wieviel Raum gebe ich dieser Angst? Wo hilft sie mir vielleicht weiter, weil sie mich auf Warnsignale aufmerksam macht? Wo kreisen die Gedanken nur ohne Ziel?  

Manchmal können wir merken, dass die Angst uns an manchen Stellen nicht hilft, sondern uns blockiert. Egal wieviel Angst ich habe, ich habe deswegen nicht mehr Kontrolle über die Situation. Daher kann es hilfreich sein, die Angst zu würdigen, wo sie uns wachsam sein lässt und ihr diesen Raum auch zu geben. Aber wenn sie versucht, unsere Gedanken zu dominieren und zu viel Raum einzunehmen, kannst du dich fragen, welches Gefühl du stattdessen gerne an deiner Seite hättest: Vertrauen, Zuversicht, Liebe, Vorfreude, Hoffnung,….? 

Kannst du dieses erwünschte Gefühl ganz bewusst herholen und ihm nachspüren? Kannst du dir vorstellen, es hervorzuholen, wenn die Angst zu Raum greifend wird? 

 

Im Begleitbereich zu Angst (Verlinkung) haben wir weitere Impulse, Meditationen und Tools für dich bereitgestellt.  

 

Achtsamkeit im Hier und Jetzt 

Angst und Sorgen entführen uns oft in die Zukunft. Wir beschäftigen uns mit den Gedanken, was alles noch vor uns liegt und was auf dem Weg dahin alles passieren oder schiefgehen könnte oder in die Vergangenheit beim Gedanken daran, was passiert ist.  Es kann hilfreich sein, wenn du dich immer wieder ganz bewusst in die Gegenwart zurückholst und spürst: Was ist gerade dran? Wo bin ich? Wie geht es mir heute im Hier und Jetzt? Kann ich vielleicht mein Baby spüren oder mich einfach mit ihm innerlich verbinden? Kann ich bewusst die Hand auf meinen Bauch legen? Muss oder kann ich irgendetwas konkretes tun oder liegen die Handlungsoptionen in der Zukunft oder in der Vergangenheit? 

Wenn uns Dinge Angst und Sorge bereiten, die in der Zukunft kommen könnten, kann es nützlich sein, sich nur auf den nächsten Schritt zu konzentrieren. Wir möchten dich einladen den langen Weg der Schwangerschaft Schritt für Schritt zu gehen. Ein Schritt nach dem anderen. Vielleicht hilft es dir, das ganz bewusst auszuprobieren und ganz praktisch ein paar Schritte nacheinander zu gehen – egal wo du gerade bist.  

 

Um ganz bewusst wieder in die Gegenwart und den aktuellen Moment zu kommen, können auch Atemtechniken eine gute Unterstützung sein. Hier haben wir für dich ein paar Atemübungen zusammengestellt (Verlinkung)  

 

 

 

Freude und Dankbarkeit 

Die Schwangerschaft ist vielleicht von Angst und Sorgen stark geprägt, aber das heißt nicht, dass nicht auch Vorfreude, Dankbarkeit, Vertrauen und schöne Momente eine Rolle spielen. Wir können uns immer wieder entscheiden, welche Gefühle wir groß machen, welchen wir Raum geben und wohin wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Wir möchten dir eine ganz praktische Möglichkeit vorstellen, dich ganz bewusst mit den positiven Erlebnissen und zuversichtlichen Momenten zu beschäftigen: du brauchst eine Vase oder ein Einmachglas und einen Stapel kleiner Zettel. Jeden Abend schreibst du drei Dinge auf, die an diesem Tag gut waren, für die du dankbar bist, die dich hoffnungsvoll stimmen oder wo du Freude gespürt hast. Und die Zettel faltest du und wirfst sie in das Gefäß. So siehst du buchstäblich, wie die guten Momente wachsen und mehr werden.  Es geht nicht darum, dass es große Erlebnisse sind, die du aufschreibst, sondern auch ganz kleine und auf den ersten Blick vielleicht unscheinbare Dinge: ein liebe SMS einer Freundin, eine Tasse Tee in der Sonne, ein gutes Gespräch, ein wohltuender Besuch bei der Hebamme, etc.  Wenn du diese Methode einige Wochen anwendest, wirst du merken, dass du auch tagsüber schon viel aufmerksamer bist, welche Momente positiv sind und so deine Aufmerksamkeit zunehmend in diese Richtung lenken. Du kannst das auch ganz einfach gemeinsam mit deinem Partner machen – entweder jeder für sich oder ihr tauscht euch dazu auch aus.  

 

 

Verwöhnprogramm für Schwangere -  Partner einbeziehen 

Vielleicht kann dein Partner oder deine Partnerin dich auch ganz aktiv unterstützen, der guten Hoffnung Raum zu geben, eine Bindung zu eurem Baby aufzubauen und dich deine Schwangerschaft bewusst wahrnehmen zu lassen. Ihr könnt bewusst Zeit verbringen, wo du dich verwöhnen lässt und dich ganz als Schwangere fühlen darfst. Das kann eine Fuß- oder Handmassage sein mit einem schönen Duftöl, ein bewusstes „die Füße hochlegen und bedient werden“.  Um die Verbindung zu eurem Baby aufzubauen oder zu intensivieren, kann es ein schönes Ritual sein, dass dein Bauch gestreichelt, eingeölt oder gecremt wird. Eine bewusste Zeit für euch zu dritt.  

 

 

Dem Sternenkind seinen Platz geben 

Unabhängig davon, wann dein Verlust in der oder den vorherigen Schwangerschaften war, es war eine schmerzliche Erfahrung. Die Trauer um das verlorene Sternenkind hört in der nachfolgenden Schwangerschaft nicht einfach auf. Zu der Trauer um das verstorbene Kind mischen sich Vorfreude und Hoffnung auf das Geschwisterchen, das sich auf den Weg gemacht hat. Wenn die Trauer um das Sternenkind Raum braucht, dann erlaube dir das ruhig. Vielleicht kannst du in Zwiesprache mit dem Sternenkind sein, vielleicht hast du einen Ort, an dem du ihm besonders nahe sein kannst und den du gerne aufsuchst. Manchmal stellt sich die Frage, wie man beidem gerecht werden kann – der Trauer und der Freude. Vielleicht kommt auch schlechtes Gewissen auf, das Baby wäre ein Ersatz für das Sternenkind. Aber jedes Kind hat seinen Platz in der Familie und es ist hilfreich, wenn du diesen Platz ganz klar vergeben und eingeräumt hast. Das kann für dein Sternenkind ein bewusster Platz in deinem Herzen sein und auch sichtbar durch Orte, Bilder, Rituale und Gespräche in der Familie und im Freundeskreis. Du darfst dir auch weiterhin erlauben, über dein Sternenkind zu sprechen, wenn dir danach ist und ihm diesen Raum geben. Vielleicht willst du auch noch einmal ganz bewusst etwas gestalten für dein Sternenkind: eine Kerze, eine Kiste für die Erinnerungsstücke (auch z.B. aus der vorherigen Schwangerschaft), den Namen oder Spitznamen des Sternenkindes aufschreiben, ein Symbol basteln oder kaufen oder du hast ganz andere Ideen. Die Trauer reicht in die neue Schwangerschaft hinein und darf hier auch auf ihren Ausdruck finden.  

 

 

 

Literatur 

„Wenn gute Hoffnung Mut braucht“ – Ein Ratgeber für die Folgeschwangerschaft nach einem Sternenkind, ,Manuela Lommen, Christian Mörsch 

 

 

 

Schlagworte: #Angst in der Folgeschwangerschaft #Folgeschwangerschaft #Regenbogenbaby #belastete Schwangerschaft #Regenbogenschwangerschaft 

Angebote für Folgeschwangerschaft in München und Umgebung

München:

 

KURS:

In München gibt es seit kurzem ein Kursangebot für die Folgeschwangerschaft, das Bewegung und seelisches Krafttanken zusammenbringt. Zwei Sternenmütter bieten über die Verwaisten Eltern München den Kurs: 

Mit Belastung - guter Hoffnung

 

Einzelberatungen bieten die gleichen Stellen an, die auch für die Beratung von Sterneneltern genannt sind. Auch in einer Folgeschwangerschaft steht das Beratungsangebot an all diesen Stellen offen.