Mutterschutz

nach Fehlgeburt und Stiller Geburt

Der Mutterschutz richtet sich nach dem Geburtsgewicht von still geborenen Kindern. Weder eine frühe noch eine späte Fehlgeburt gelten rechtlich als Entbindung.  Daher hat die Frau erst ab einem Geburtsgewicht von 500g  Anspruch auf Mutterschutz. Da seit 1.11.2018 eine Neuerung des Personenstandsgesetzes vorsieht, dass auch alle still geborenen Babys ab der 24.SSW, also 23 + 0, eine Geburtsurkunde erhalten und nicht mehr als "Fehlgeburt" zählen, kann mit dieser Geburtsurkunde auch nach stiller Geburt in der 24. Woche Mutterschutz beantragt werden. Es reicht in manchen Fällen auch eine Bescheinigung der Klinik für den Mutterschutzantrag, auf dem vermerkt ist, dass das Baby über 500g hatte.

 

Die Länge des Mutterschutzes nach stiller Geburt lässt sich so berechnen: 8 Wochen nach der Entbindung + die nicht genommenen Wochen vor der Entbindung (insgesamt maximal 6 Wochen) + möglicherweise 4 Wochen, wenn das Baby vor der vollendeten 37.SSW zur Welt gekommen ist, unabhängig davon, ob es still oder lebend geboren ist. Bei Mehrlingsgeburten zählt das älteste und größte Kind.

 

 

Wenn das Kind gelebt hat nach der Geburt, unabhängig davon wie lange, gilt es als "Lebendgeburt" und die Mutter hat vollen Anspruch auf Mutterschutz.

 

Seit 2018 besteht für Frauen nach einer Fehlgeburt nach der 12.SSW immerhin ein 4-monatiger Kündigungsschutz, was die Trauer und Situation dieser Frauen berücksichtigt. Frauen nach einer Fehlgeburt müssen sich selbst um eine Krankschreibung kümmern, die aber durchaus empfehlenswert ist, auch über einen längeren Zeitraum, um Zeit für die Trauer und Verarbeitung zu haben. Gleiches gilt natürlich für  den Mann und Vater.